Florenz: vom mittelalterlichen Gemeinwesen zur Renaissance
Die fünfzehn Architekturplakate zeigen Florenz als Stadt der Kirchen, Kommunalpaläste und großen Kaufmannsfamilien. Einzelansichten, vergleichende Fassadentafeln und Stadtveduten führen vom romanischen Baptisterium über die gotischen Großbauten bis zu Brunelleschi und Alberti, deren Werke die Architektur der Renaissance entscheidend prägten.
AP 213, AP 015, AP 347, AP 363, AP 544 und AP 315 · Das Ensemble des Domplatzes
Santa Maria del Fiore, Giottos Campanile und das Baptisterium San Giovanni bilden das geistliche Zentrum von Florenz. Der 1296 begonnene Dom erhielt mit Filippo Brunelleschis Kuppel seine prägende Silhouette: Der Bau der doppelschaligen Konstruktion begann 1420, ihr Grundgefüge war 1436 vollendet. AP 213 und die kleinere Ausgabe AP 015 erklären die Kuppel durch Schnitt, Konstruktion und Details; AP 363 und AP 544 zeigen den gesamten Dom. AP 347 konzentriert sich auf den 1334 von Giotto begonnenen Campanile, den Andrea Pisano und Francesco Talenti weiterführten. AP 315 stellt die geometrisch gegliederte Marmorfassade des achteckigen Baptisteriums ins Zentrum.
AP 317, AP 010, AP 316, AP 376, AP 011 und AP 107 · Florentiner Kirchenfassaden
Leon Battista Alberti vollendete die Fassade von Santa Maria Novella für Giovanni Rucellai 1470. Mit klaren Proportionen und den berühmten Voluten verband er den vorhandenen gotischen Unterbau mit einer neuen Renaissanceordnung (AP 317 und AP 010). San Miniato al Monte (AP 316) bewahrt dagegen die strenge, geometrische Wirkung der florentinischen Romanik. Santa Croce wurde ab 1294/95 wahrscheinlich nach Plänen Arnolfo di Cambios errichtet; ihre heutige neugotische Marmorfassade entstand erst im 19. Jahrhundert (AP 376 und AP 011). AP 107 vergleicht Kirchen aus Florenz und anderen toskanischen Städten von 1000 bis 1700 und macht den Wandel der Fassadentypen unmittelbar sichtbar.
AP 344, AP 327 und AP 106 · Kommunalpalast und Stadtpalazzi
Der 1299 begonnene Palazzo Vecchio war zunächst Sitz der städtischen Regierung. Sein wehrhafter Baukörper und die 95 Meter hohe Arnolfo-Torre beherrschen bis heute die Piazza della Signoria (AP 344). Palazzo Rucellai (AP 327) übersetzt den Stadtpalast in die Sprache der Renaissance: Die Leon Battista Alberti zugeschriebene Fassade gliedert Rustika, Pilaster und Gebälke zu drei fein abgestuften Geschossen. AP 106 stellt Palazzi aus Florenz und weiteren toskanischen Städten zwischen 1250 und 1650 nebeneinander. Der Vergleich zeigt den Weg von befestigt wirkenden Geschlechterhäusern zu regelmäßigen, auf Proportion und klassische Ordnung gegründeten Fassaden.
AP 418 und AP 304 · Piazza della Signoria
Die Piazza della Signoria entstand mit dem Palazzo der Priori im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert als politisches und öffentliches Zentrum der Stadt. Loggia dei Lanzi, Palazzo Vecchio und die später hinzugefügten Skulpturen machten sie zugleich zu einem repräsentativen Freiraum. AP 304 entfaltet das Platzensemble als breites Panorama. AP 418 bewahrt eine Ansicht von 1569: Vom Rand der Piazza führt der Blick entlang der Stadtachse zum Dom, während der Palazzo Vecchio seitlich aufragt. So treten das kommunale und das religiöse Zentrum von Florenz in eine direkte visuelle Beziehung.
AP 345 und AP 012 · Ponte Vecchio
Der Ponte Vecchio überspannt den Arno seit dem 14. Jahrhundert als Brücke, Straße und Geschäftszeile zugleich. Die beidseitig angebauten Läden lassen in der Mitte Aussicht auf den Fluss und die Stadt. Über der östlichen Häuserreihe verläuft der 1565 für Cosimo I. de’ Medici angelegte Vasari-Korridor, der Palazzo Vecchio und Uffizien mit der Residenz im Palazzo Pitti verband. AP 345 und die kleinere Ausgabe AP 012 zeigen die ungewöhnliche Schichtung aus Bogenkonstruktion, Verkaufsräumen und geschlossenem Verbindungsgang in einer langen Seitenansicht.
AP 346 · Palazzo Pitti
Der Florentiner Kaufmann Luca Pitti ließ den Palast in der Mitte des 15. Jahrhunderts am Fuß des Boboli-Hügels beginnen. 1549 erwarb Eleonora di Toledo das Gebäude für die Medici; Bartolomeo Ammannati erweiterte es zur großherzoglichen Residenz. Die mächtige, streng gereihte Rustikafassade vermittelt weniger durch Schmuck als durch Maßstab und Material den Anspruch ihrer Bewohner. AP 346 macht die enorme horizontale Ausdehnung des Palastes in einem schmalen Panorama erfahrbar.